Yogabegriffe


- Was einen Yogi interessieren könnte -
15 substanzielle yogische Begriffe


Nachfolgend sind die wichtigsten yogischen Begriffe stichpunktartig zusammengefasst. Sie sollen Anregung sein, sich mit den Aspekten des Yoga mehr vertraut zu machen und zugleich das Verständnis dafür wecken, was sich hinter dem Begriff Yoga alles so verbirgt.

1. Yoga
Das Wort Yoga kommt aus dem Sanskrit und bedeutet "Einssein" Verschmelzen, in Harmonie sein. Yoga ist das „Zur-Ruhe-bringen" der Gedankenwellen im Zustand der Einheit von Körper, Geist und Seele. In diesem Kontext ist Yoga das Ausrichten der Wahrnehmung auf die Gegenwart, das momentane Geschehen, das Überwinden des beschränkten Alltagsbewusstseins hin zu einem Erfahren dessen, was die Natur des Selbst ist.

2. Patanjali („Vater des Yoga“)
Über das Leben von Patanjali ist nur wenig bekannt. So weiß man auch nicht gesichert, wann er tatsächlich gelebt hat. In Indien wird er beispielsweise mit einem Grammatiker gleichen Namens, der im 2. Jahrhundert vor Christus gelebt hat, gleichgesetzt. Indeologen gehen anhand der Texte (Wortschatz/Grammatik) davon aus, dass Patanjiali zwischen dem 2. Jh. und 4. Jh. n.Chr. seine Yoga- Sutras (Yoga- Leitfaden) verfasst haben muss.

3. Yoga-Sutras
Das Yoga-Sutra (Yoga-Leitfaden) stellt die präziseste Beschreibung dessen dar, was Yoga beinhaltet und ist. Das Yoga- Sutra ist der Leitfaden, der aus 195 Sanskrit-Versen, in denen in hochkonzentrierter Form die Essenz des Yoga- Weges gebündelt ist. Diese Form des Yogas wird Raja- Yoga, das Yoga des achtgliedrigen Pfades oder auch Asthanga-Yoga benannt. Die acht Aspekte sind nachfolgend kurz skizziert: • Yama: Moral, Ethik - das Verhalten anderen gegenüber, Ahimsa = gewaltlos / Sateya = wahrhaft (auch sich selbst gegenüber) • Niyama: Selbstdisziplin - das Verhalten sich selber gegenüber • Asana: die Übungen der Yogastellungen, körperliche Disziplin • Pranayama: die Beherrschung des Atems, mentale Disziplin • Pratyahara: das Sich-nach-Innen-Ausrichten, Disziplin der Sinne • Dharana: Konzentration • Dhyana: Meditation • Samadhi: Versenkung, All-Einheit, Verwirklichung des höheren Selbst
4. Asana
Asana (Sitz/Haltung). Im Hatha- Yoga werden die Übungen überwiegend statisch ausgeführt. Besondere Beachtung bei der Ausübung ist das bewusste Hineingehen, der richtige Atem, bewusstes Halten sowie das bewusste, sorgsame Auflösen der Asana. Yoga ist kein Wettbewerb. So geht es auch weniger darum, die perfekte äußerliche Form einer Asana zu erreichen, als darum, seine spirituelle Qualität zu erleben - das Bei-sich-sein - also die Harmonisierung von Geist und Körper.

5. Ashram
Ein Ort, an dem Yoga und andere spirituelle Praktiken praktiziert und gelehrt werden. Wörtlich bedeutet Ashram "Ort der Anstrengung".
6. Chakra
Bedeutet wörtlich "energetischer Wirbel". In der indischen Medizin geht man davon aus, dass unser Körper von Energiebahnen, Energiepunkten und Energiefeldern durchzogen wird – den Chakren. Jedem Chakra werden bestimmte Eigenschaften zugeschrieben. Wenn alle Chakren geöffnet sind, kann die Lebensenergie (Prana) ungehindert durch unseren Körper fließen.

7.Kundalini Yoga
Kundalini Yoga das 1968 von Yogi Bhajan in den Westen gebracht, wurde ist das Yoga der Bewusstheit, tägliche Anforderungen tatkräftig, gelassen und besonnen zu meistern Typisch für Kundalini Yoga sind dynamische oder fließende Übungsfolgen sowie eine Vielzahl ruhiger Halteübungen. Neben körperlichen Wirkungen entwickelt Yoga grundsätzlich die Intuition und verbessert die Urteilsfähigkeit. Es spricht die Potenziale der rechten Gehirnhälfte an, was Entspannung, Vernetzung und Intuition verbessert.

8. Mudra
Heißt übersetzt "Geste". Gemeint sind Fingerhaltungen, welche die Handreflexzonen aktivieren sollen. Sozusagen Miniatur-Yogaübungen mit der Hand. Mudras kann man immer und überall anwenden/durchführen.

9. Mantra
Bedeutet wörtlich "Projektion des Geistes". Es sind oft kurze Wortfolgen, mit denen sich Yogis vor den Übungen einstimmen. Mantras sollen den Geist von negativen und unproduktiven Gedanken befreien. Ein paar Beispiele für berühmte Mantras sind: Om oder Aum (Sanskrit: „Om-Silbe") ist das wichtigste und bekannteste Mantra, das alles in sich enthält. Repräsentation des Urklangs, der Schöpfung. Om ist ein Klang, der seit vielen Jahrtausenden verwendet wird, um Körper, Geist und Seele zur Harmonie zu führen.

  • Om Namah Shivaya (Shiva heißt der Liebevolle, der Gütige)
  • Om Sri Durgayai Namah (Durga präsentiert das Ideal mütterlicher Liebe)
"Om shanti" (Im Namen des Friedens) In der buddhistischen und hinduistischen Tradition repräsentiert Shanti 3mal hintereinander wiederholt Frieden im Körper, in Worten und im Geist. Namaste: Ist Sanskrit und bedeutet wörtlich so viel wie "Verehrung Dir". In weiten Teilen Asiens dient "Namaste" außerdem als Grußformel.

10. Guru

Das Wort Guru hat verschiedene Bedeutungen und leitet sich unterschiedlich her: guru heißt "schwer, gewichtig" "gu" heißt auch "dunkel", "ru" heißt "beseitigen". Guru bedeutet also: der die Dunkelheit beseitigt. Guru heißt im weiteren Sinne "Lehrer"
11. Prana
Prana ist die wichtigste Lebenskraft - die feinstoffliche Energie der Luft. Sie bezeichnet einerseits die physische Atemluft, andererseits kennzeichnet sie im Yoga hauptsächlich die den Körper durchdringenden kosmischen Energien, den Lebensatem. Prana erhält unseren Körper und ist am deutlichsten über den Atem erlebbar.
12. Pranayama
Der Begriff Pranayama setzt sich aus den beiden Wörtern Prana ("Lebensenergie") und Ayama ("kontrollieren", "erweitern") zusammen-. Es bedeutet also "Kontrolle über die Lebensenergie" und umfasst die verschiedenen Atemübungen des Yoga. Die beständige Praxis von Pranayama erweckt die innere spirituelle Kraft und schenkt Freude, spirituelle Erleuchtung und Frieden des Geistes.
13. Kapalabhati

bedeutet wörtlich Licht, Glanz, Leuchten (Bhati) des Schädels Kapalabhati bezeichnet im Yoga eine Atemübung aus dem Pranayama mit einer schnellen Folge starker Ausatmungen und automatischer Einatmungen. Kapalabhati ist eine der wirkungsvollsten Atemübungen (Pranayama) im Yoga. Kapalabhati hat eine enorme Wirkung; bei ihrer Ausführung werden alle Gewebe, Zellen, Nerven, Sehnen und Moleküle in machtvolle Schwingung versetzt. Die Übung reinigt den Kopf, die Atmungsorgane und die Atemwege. Sie bekämpft durch Trägheit verursachte Krankheiten, beseitigt Krämpfe der Bronchien und erleichtert und heilt daher asthmatische Zustände. Die Lungenspitzen werden reichlich mit Sauerstoff versorgt und bilden deshalb keinen günstigen Nährboden für Tuberkelbazillen. Die Lungen werden stark entwickelt, Kohlendioxid wird in großen Mengen ausgeschieden. Das Blut wird gereinigt, Verunreinigungen des Blutes werden ausgeschieden. Gewebe und Zellen absorbieren eine große Menge Sauerstoff. Kreislauf, Atemwege und Verdauungssystem werden in hohem Maße gestärkt.

14. Anuloma Viloma
(Wechselatmung) hilft, die Lungenkapazität zu erhöhen und die Atmung unter Kontrolle zu bringen. Besonders die Perioden des Atem-Anhaltens sind ein gutes Training für Herz und Kreislauf. Anuloma Viloma hilft, die Nasendurchgänge zu öffnen, ist vorzüglich gegen Allergien, Heuschnupfen und Asthma und wirkt vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten. Die Wechselatmung wirkt ausgleichend und harmonisierend auf alle Körpersysteme. Es fördert die Konzentrationsfähigkeit und hilft, zur inneren Ruhe und Kraft zu finden. Emotionelle Ungleichgewichte werden umgewandelt in das ruhige Gefühl der Stärke und Kraft.

15. Karma
(„Das Gesetz von Ursache und Wirkung") bezeichnet ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat. Diese Folge muss nicht unbedingt im gegenwärtigen Leben wirksam werden, sondern sie kann sich möglicherweise erst in einem zukünftigen Leben manifestieren. Im Hinduismus und Buddhismus bezeichnet der Begriff die Folge jeder Tat, die Wirkungen von Handlungen und Gedanken in jeder Hinsicht, insbesondere die Rückwirkungen auf den Akteur selbst. Karma entsteht demnach durch eine Gesetzmäßigkeit und nicht wegen einer Beurteilung durch einen Weltenrichter oder Gott. Gutes wie schlechtes Karma erzeugt die Folge der Wiedergeburten, das Samsara. Höchstes Ziel des Buddhismus ist es, diesem Kreislauf zu entkommen, indem kein Karma mehr erzeugt wird – Handlungen hinterlassen dann keine Spuren mehr in der Welt. Im Buddhismus wird dies als Eingang ins Nirwana (Austritt aus Samsara, dem Kreislauf des Leidens und der Wiedergeburten) bezeichnet.